Federführender Partner : ARVALIS
Weitere beteiligte Projektpartner : Landwirtschaftsamt Breisgau-Hochschwarzwald, LUFA Speyer
Hintergrund
Der Anteil an unbewachsenen (gepflügten bzw. bearbeiteten) Böden während der Winterperiode (von November bis April) ist hoch – insbesondere im Kontext von Mais-Monokulturen, wie sie von vielen Landwirten im Elsass praktiziert werden. Aber auch in einer Mais-Getreide-Fruchtfolge bleibt der Boden für einige Wochen unbedeckt.
Für die Anpassung des Ackerbaus an den Klimawandel und seinen Beitrag zur Klimaschutzstrategie im Gebiet des Oberrheins ist die Praxis der Bodenbedeckung ein entscheidender Hebel, der näher untersucht werden sollte.
Im Rahmen des Projekts KLIMACrops richtet ARVALIS ein Versuchsfeldnetz zur Etablierung von Zwischenfrüchten zwischen zwei Maiskulturen ein.
Das Landwirtschaftsamt Breisgau-Hochschwarzwald testet dagegen die Etablierung der bunten Kronwicke (Coronilla varia) oder einer alternativen Kultur in einem Maisbestand, um eine Brücke zwischen Mais und einer folgenden Getreidekultur zu schlagen. Ziel ist es, eine dauerhafte Bodenbedeckung zu gewährleisten – auch bekannt als „grüne Brücke“. Diese Idee ist ein zentrales Element der sogenannten „regenerativen Landwirtschaft“.
Anstatt mit regelmäßig neu gesäten Zwischenfrüchten oder Untersaaten zu arbeiten, entstand die Idee, mit einer dauerhaften Begrünung zu arbeiten, in die anschließend eine Hauptkultur eingebracht werden kann.
Die bunte Kronwicke wurde ausgewählt, weil sie frosthart ist, als Leguminose Stickstoff bindet und weil frühere Versuche vielversprechende Ergebnisse für ihren Einsatz als permanente Kultur gezeigt haben.
Versuche in Baden-Württemberg
Ziel

Abbildung 1 (bunte Kronwicke am 19/07/2023, ungefähr 3 Monate nach Aussaat) Autor : Martin Heigl/LRA
- Fachliche Grundlagen zur Etablierung und Steuerung einer dauerhaften Bodenbedeckung erwerben
- Wissen zur Auswahl geeigneter Pflanzenarten aufbauen
- Praxiserfahrungen zur Etablierung einer Hauptkultur in einer dauerhaften Begrünung sammeln
Versuchsaufbau
Der Versuch wird an zwei Standorten im Oberrheingraben durchgeführt: Freiburg-Keidelbad und Freiburg-Mundenhof.
Am Standort Freiburg-Keidelbad wurde die bunte Kronwicke kurz vor der Aussaat der Hauptkultur Mais etabliert.
Am Standort Freiburg-Mundenhof war vorgesehen, die Kronwicke im Spätherbst als Zwischenfrucht nach der Ernte der Vorkultur Winterweizen anzusäen.
Zur Etablierung und Steuerung der bunten Kronwicke wurden drei Versuchsvarianten neben einer Kontrollvariante entwickelt.
Versuchsvarianten
- Kontrolle‘
Konventionell / Betriebsüblich
Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzenschutz - Hacke‘
Konventionell / Betriebsüblich
Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzenschutz - Ecomulch‘
Konventionell / Betriebsüblich
Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzenschutz - Bio‘
Konventionell / Betriebsüblich
Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzenschutz
Zwischenfazit zum Versuch mit der bunten Kronwicke
Fachliche Grundlagen zur Etablierung und Steuerung einer dauerhaften Bodenbedeckung
An beiden Standorten wurden verschiedene Zeitpunkte und Methoden zur Etablierung getestet:
- Frühjahrsaussaat zusammen mit Mais (Keidelbad):
Diese Variante führte wegen der langsamen Jugendentwicklung der Kronwicke und starkem Unkrautdruck nicht zum Erfolg. Auch im zweiten Jahr blieb die Entwicklung trotz Direktsaat des Maises unzureichend – das Ergebnis war eine schlechte Ernte.
- Winterweizen mit weiter Reihe (ab Herbst 2024):
Deutlich bessere Ergebnisse lieferte die Aussaat von Winterweizen mit weiter Reihe. Die Kronwicke konnte sich im Frühjahr erneut etablieren und fungiert nun als dauerhafte Untersaat. Diese Variante gilt derzeit als vielversprechendste Option.
- Aussaat als Zwischenfrucht nach Getreide (Mundenhof):
Diese Versuchsvariante musste zweimal abgebrochen werden – einmal wegen Fremdnutzung der Fläche, einmal aufgrund mangelnden Auflaufens. Ein letzter Versuch ist für 2025 geplant.
Eine verlässliche Aussage zur Regulierung der Kronwicke ist bislang nicht möglich, da sich die Pflanze nur in einer Variante ausreichend entwickeln konnte.
Welche Pflanzenart eignet sich?
Die bunte Kronwicke wurde bewusst ausgewählt – sie ist:
- Winterhart und mehrjährig,
- eine Stickstoff-fixierende Leguminose,
- ökologisch wertvoll für Bestäuber wie Wildbienen und Schmetterlinge,
- in Vorversuchen (z. B. Iful Müllheim, 2006) vielversprechend getestet worden.
Etablierung einer Hauptkultur in einer dauerhaften Begrünung
Die Maisaussaat per Direktsaat funktionierte technisch, jedoch verhinderten massive Unkrautprobleme einen wirtschaftlichen Ertrag.
Die Winterweizenaussaat in weiter Reihe zeigte dagegen sehr gute Ergebnisse – die Kronwicke konnte sich gut zurückmelden und ist nun als lebendige Bodenbedeckung zwischen den Reihen aktiv.
Ausblick
Die Kombination von Wintergetreide in weiter Reihe und dauerhafter Kronwicke hat sich bisher als vielversprechendste Variante gezeigt.
Die Etablierung als Zwischenfrucht bleibt herausfordernd – ein letzter Versuch erfolgt 2025. Eine Langzeitbewertung ist aufgrund des Projektendes leider nicht mehr möglich.
Versuche im Elsass
Ziel
- Erstellung technischer und wirtschaftlicher Referenzdaten für Landwirte und landwirtschaftliche Berater;
- Entwicklung einer praxisorientierten Beratung, die an die verschiedenen Produktionszonen der Region angepasst ist;
- Prüfung der Wiederholbarkeit und der kurz- bis mittelfristigen Auswirkungen der Einführung von Zwischenfrüchten zwischen zwei Maissaaten mit später Zerstörung;
- Reaktion auf regulatorische Entwicklungen im Kontext des Mais-Monokulturanbaus;
- Bewertung des Kohlenstoffspeicherpotenzials durch Zwischenfrüchte.
Das übergeordnete Ziel ist es, am Ende des Projekts KLIMACrops eine techno-ökonomische und umweltbezogene Bewertung dieser Praxis im elsässischen Gebiet durchzuführen.
Getestete Modalitäten

Abbildung 1: Mischungen und Arten der ausgewählten Zwischenfrüchte, nach Aussaatzeitraum
Jedes Jahr werden verschiedene Zwischenfruchtmischungen getestet. Die Arten werden in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Aussaat ausgewählt. Es werden drei Hauptaussaatzeiträume unterschieden, die sich nach dem Entwicklungsstadium des angebauten Körnermaises richten und den Ablauf der Bewirtschaftung der Zwischenfrucht beeinflussen (Artenwahl, Zeitpunkt und Art der Aussaat, landwirtschaftliche Geräte, Zerstörung usw.):
- Frühe Untersaat (Mais im 6–8-Blatt-Stadium)
- Späte Untersaat per Drohne (zur Zeit der Mais-Seneszenz)
- Aussaat nach der Ernte
Methode
Die Versuche werden auf großen Parzellen (ohne innerparzielle Wiederholungen) bei Landwirten durchgeführt (8 in 2023–2024, 7 in 2024–2025), die über das Elsass verteilt sind – in den vier Hauptregionen, die für den Körnermais-Monokulturanbau charakteristisch sind: Ill-Ebene, Hardt, Ried, nördlicher Sundgau. An jedem Standort werden die Modalitäten mit Begrünung mit einer Kontrollfläche ohne Begrünung verglichen. Letztere spiegelt die üblichen landwirtschaftlichen Praktiken wider. Die drei getesteten Aussaatzeitpunkte (frühe Untersaat, späte Untersaat und Aussaat nach der Ernte) werden bei den verschiedenen Landwirten des Versuchsnetzwerks jeweils zwischen 2- und 9-mal wiederholt.
Auf diesen Versuchsflächen werden verschiedene Messungen durchgeführt, darunter:
- Messungen an der Zwischenfrucht: Biomasse, Stickstoff- und Kohlenstoffgehalt, Bodenbedeckungsgrad, Höhe der Begrünung, Pflanzenbestand;
- Messungen am Körnermais: Entwicklungsstadien (Aufgang, weibliche Blüte, Reife), Pflanzenbestand, Biomasse zur Blüte, Ertragskomponenten (Tausendkornmasse, Pflanzen- und Kolbendichte/ha) und validierter Ertrag bei 15 % Feuchtigkeit;
- Messungen zur Bodenfruchtbarkeit: Bodenanalysen, Stickstoffrückstände, Spatenprobe, Tensiometer-Messungen.
Die im Jahr N eingesäten Zwischenfrüchte werden im Folgejahr N+1, vor der Aussaat des nächsten Körnermaises – in den Monaten März und April – zerstört. Alle Anbaupraktiken werden gemeinsam mit den Landwirten geplant und mit deren eigener landwirtschaftlicher Technik durchgeführt.
Ergebnisse aus den ersten 2 Jahre (Winter 2023/2024, Winter 2024/2025)

Abbildung 1: Bestand der nach der Maisernte ausgesäten Zwischenfruchtmischungen in den Kampagnen 2023-2024 und 2024-2025
Wie gut sind die Zwischenfrüchte aufgegangen?
Die obige Grafik zeigt die Auflaufraten der Aussaaten im Herbst 2023 und 2024 in Abhängigkeit von der Aussaatstärke. Generell ist eine Heterogenität der Auflaufraten der Mischungen (zwischen 5 und 80%) zu erkennen, die vor Allem durch das Datum der Aussaat, die Artenwahl in der Zwischenfruchtmischung, die Bodenart und das lokale Bodenklima bedingt ist. Darüber hinaus waren die Bedingungen für die Aussaat im Herbst 2023 und 2024 mit feuchten Böden und regelmäßigen Regenfällen kompliziert.

Abbildung 2: Biomassen der 2023 gesäten Zwischenfrüchte Anfang März 2024
Welche Biomassen ist Anfang März für die Zwischenfrüchte zu erwarten?
Die obige Grafik zeigt die Biomassen der Zwischenfrüchte, die am 4. und 5. März 2024 auf allen Parzellen des Versuchsnetzwerks gemessen wurden. Die Art der Etablierung sowie das Aussaatdatum sind auf der x-Achse angegeben.
Die Biomassen der Zwischenfrüchte waren insgesamt gering, mit einem Durchschnitt von 0,4 t TM/ha über alle Begrünungstypen hinweg. Die Werte reichten von 0,04 t TM/ha bei Untersaaten per Drohne bis zu 1,72 t TM/ha bei einer Mischung aus Hafer, Roggen, Wicke und Klee, die am 18. Oktober 2023 nach dem Pflügen ausgesät wurde.

Abb. 3: Entwicklung der Biomassen und des absorbierten Stickstoffs von spät zerstörten Zwischenfrüchten 2024
Welche Auswirkungen hat die späte Zerstörung der Zwischenfrucht auf die Biomasse und den aufgenommenen Stickstoff?
Die obige Grafik zeigt die Entwicklung der Biomasse auf bestimmten Parzellen, auf denen die Zwischenfrüchte spät in der Saison zerstört wurden. Zwischen dem 5. März und dem 3. April 2024 haben diese nach der Ernte ausgesäten Zwischenfrüchte ihre Biomasse vervierfacht: Anfang April wurde im Durchschnitt rund 1 Tonne Trockensubstanz pro Hektar erreicht. Die von den Zwischenfrüchten aufgenommene Stickstoffmenge steht in engem Zusammenhang mit deren Biomasse: Im Durchschnitt wurden Anfang April 35 kg N/ha von den Zwischenfrüchten aufgenommen, gegenüber nur 8 kg N/ha Anfang März.


Abb. 4: Ertragsabweichung in Prozent der angrenzenden Kontrolle und in Doppelzentnern/ha bei der Ernte 2024
(blau : Rotklee, orange : Kohlgewächs + Leguminose, grün : 100% Leguminose, grau/grün : 20% Gräser + 80% Leguminosen, gelb : 60% Gräser + 40 % Leguminosen)
Abschließend zeigt Abbildung 4 die ersten Ergebnisse der Erträge, die auf den Parzellen des Versuchnetzes mit Zwischenfrüchten gemessen wurden. Die Ergebnisse werden als prozentuale Ertragswerte im Vergleich zur unbegrünten Kontrollfläche dargestellt, die auf der orangefarbenen Linie mit 100 % angegeben ist, sowie als absolute Differenz zwischen Zwischenfrucht und Kontrolle in Dezitonnen pro Hektar. Insgesamt sind die Ertragsunterschiede zwischen den Kontrollflächen ohne Zwischenfrucht und den Flächen mit Zwischenfrüchten recht ähnlich. Je nach Versuchsort reichen die Unterschiede von 0,6 % bis 10,3 %.
Zwischenfruchtanbau zwischen zwei Winterkulturen – Arbeiten der Landwirtschaftskammer Elsass (CAA)
Hintergrund
Wie lässt sich in einem ökologischen Anbausystem die Kohlenstoff- und Stickstoffspeicherung durch den Anbau von Kurzzeit-Zwischenfrüchten steigern und damit die Bodenfruchtbarkeit verbessern, und somit die Stickstoffdüngung der nachfolgenden Getreidekulturen reduzieren ?
Ziele
Vergleich verschiedener Arten von Zwischenfrüchten anhand folgender Kriterien: Stickstoff- und andere Mineralstoffzufuhr für die Folgekultur, einfache Zerstörung, Unkrautunterdrückung und Bodenbedeckungsgrad, erzeugte Biomasse und Kohlenstoffspeicherung.
Methodik
Diese Versuche wurden über einen Zeitraum von drei Jahren an zwei Standorten im Département Bas-Rhin durchgeführt, jeweils im ökologischen Landbau.
Die getesteten Varianten sind:
- Eine Leguminosenmischung (Alexandrinerklee, Bockshornklee, Linsen, Blasenklee)
- Eine Mischung aus 50 % Leguminosen + 20 % Kreuzblütlern + 30 % Nyger (Weißer Senf, Futterrettich, Bockshornklee, Alexandrinerklee, Nyger)
- Eine Mischung aus 70 % Hülsenfrüchten + Buchweizen/Sonnenblume/Phacelia (Futtererbsen, Buchweizen, Squarrosum-Klee, Frühlingswicke, Lupine, Sonnenblume, Phacelia, Inkarnatklee, Platterbse)
Die Arten konnten je nach Jahr und Standort variieren. Die Versuche wurden auf tonigen Schluffböden, sandig-ltonigen Schluffböden und schluffigen Tonböden durchgeführt. Die Termine für die Aussaat und die Zerstörung der Zwischenfrüchte wurden an die Praktiken der Landwirte angepasst.

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Die Messungen, die für diese Versuche durchgeführt wurden, sind folgende:
- Bei den Zwischenfrüchten: Bewertungen des Auflaufens, Biomasse, Gehalt an Stickstoff, Kohlenstoff und anderen Mineralstoffen, Bodenbedeckungsgrad, Höhe der Pflanzendecke, Bestandsdichte
- Bei den Hauptkulturen: Bestandsdichte, Anzahl der Ähren bei Getreide, Ernterückstände.
Ergebnisse
Die Auswertung der zwischen 2023 und 2025 durchgeführten Versuche zeigt signifikante Unterschiede zwischen den untersuchten Zwischenfruchtmischungen, sowohl hinsichtlich der Biomasseproduktion als auch hinsichtlich der agronomischen Verwertung der Nährstoffe.

Abbildung 2 : Gesamtstickstoff und Pflanzenverfügbarer Stickstoff für die Folgekultur je nach Zwischenfruchtmischung.
Mischung 70 % Leguminosen + Buchweizen/Sonnenblumen/Phacelia: die leistungsstärkste Zwischenfruchtmischung
Unter den untersuchten Varianten sticht diese Mischung als die leistungsstärkste bei allen gemessenen agronomischen Kriterien hervor. Sie weist mit 4,4 t TM/ha den höchsten Biomasseertrag sowie die höchsten Nährstoffrückgabewerte auf. Die Versuche haben insbesondere einen Gesamtstickstoffvorrat von 146 kg N/ha aufgezeigt, von denen 66 kg N/ha potenziell für die Folgekultur verfügbar sind, sowie einen Kohlenstoffvorrat von 1 834 kg/ha. Diese Mischung gewährleistet zudem eine hervorragende Bodenbedeckung (90 %) und trägt so wirksam zum Erosionsschutz und zur Unterdrückung des Unkrautwachstums bei.
Mischung 50 % lLeguminosen + 20% Kreuzblütler + 30% nyger : die beständigste Lösung
Diese Mischung zeichnet sich durch gleichmäßige und reproduzierbare Leistungen an allen Versuchsstandorten aus. Sie vereint einen hohen Stickstoffgehalt, eine gute Rückführung von für die Folgekultur verfügbarem Stickstoff und eine zufriedenstellende Bodenbedeckung. Diese unter verschiedenen bodenklimatischen Bedingungen beobachtete Beständigkeit macht sie zu einer besonders interessanten Lösung für Betriebe, die einen Kompromiss zwischen Biomasseproduktion, agronomischer Wertschöpfung und Ergebnissicherheit suchen.
Leguminosenmischung : eine hohe Fähigkeit zum Verfügbarmachen von Kalium
Die ausschließlich aus Leguminosen bestehende Mischung zeichnet sich vor allem durch ihre Fähigkeit aus, Kalium zu binden und wieder verfügbar zu machen; dabei wurden in den Versuchen die höchsten Werte festgestellt. Sie weist zudem oft hohe Bestandsdichten auf. Dagegen fällt ihre Leistung hinsichtlich der Biomasseproduktion und der Stickstoffrückführung geringer aus als bei den anderen Mischungen.
Abbildung 3 : Die Komplementarität der Arten für eine Zwischenfruchtmischung

Die Analyse der Arten zeigt, dass die besten Leistungen nicht nur mit dem Vorhandensein von Leguminosen zusammenhängen, sondern vor allem mit deren Kombination mit komplementären Arten:
Diese funktionelle Komplementarität ist in der Mischung aus 70 % Leguminosen + Buchweizen/Sonnenblumen/Phacelia besonders ausgeprägt, was ihre in den Versuchen beobachtete Überlegenheit erklärt. Umgekehrt bieten Mischungen, die ausschließlich aus Leguminosen bestehen, zwar eine schnelle Stickstoffrückführung, weisen jedoch ein begrenztes Potenzial hinsichtlich Biomasse, Kohlenstoffspeicherung und Bodenstrukturierung auf.
Zusammenfassung
Unter den Bedingungen der von der Landwirtschaftskammer Elsass durchgeführten Versuche erweist sich die Mischung aus 70 % Leguminosen + Buchweizen/Sonnenblumen/Phacelia als die leistungsstärkste Mischung zur Maximierung der Biomasseproduktion, die Kohlenstoffspeicherung und die Stickstoffrückführung an die Folgekultur zu maximieren, während die Mischung aus 50 % Leguminosen + 20 % Kreuzblütlern + 30 % Nyger die ausgewogenste und gleichmäßigste Option über die verschiedenen Versuchsstandorte und -jahre hinweg darstellt. Die Wahl der Zwischenfrüchte muss jedoch an die Ziele des Betriebs angepasst werden, sei es die Biomasseproduktion, die Stickstoffrückführung, das Recycling von Mineralstoffen oder die Bodenbedeckung.
Durchführung von Feldversuchen mit fast ständiger Bodenbedeckung durch (legume) Zwischenfrüchte – Arbeiten der LUFA Speyer
Hintergrund & Zielsetzung
Auch für die Region Pfalz mit intensivem Anbau von Gemüse und Ackerbaulichen Kulturen kann durchgehende Bodenbedeckung mit Hilfe von (legumen) Zwischenfrüchte eine zentrale Strategie zur Ressourceneffizienz, Klimaschutz und -anpassung sein. Sie schützt vor Extremwetter, reduziert die Nitratauswaschung über Winter und steigert durch N- und P-Effizienz, trägt zum Humusaufbau (C-Speicherung) und Erhalt bei, und Förderung der Biodiversität die Bodenfruchtbarkeit. Dies stärkt die Resilienz von Böden- und Kulturpflanzen, schützt das Grundwasser und sichert nach-haltig die landwirtschaftlichen Erträge.
Methode
- Standort: Speyer, Rinkenbergerhof, Jährliche Neuansaat der Zwischenfrüchte
- Fokus: N- und P-Effizienz von Körnermais nach variablen Zwischenfrüchten (Varianten: Brache, Wintererbse, Roggen, Wick-Roggen, Ackerbohne; N-Dünungslevels Mais: 0 oder 60 kg N ha-1).
- Ansatz: Jährliche Neuansaat im Herbst; Mulchsaat nach mechanischer Einarbeitung im Frühjahr.
Ergebnisse
- Wasserhaushalt & Bodenstruktur (Sandstandort): Wasser als Minimumfaktor: Trockenstress überlagert Stickstoffwirkung (kein N-Effekt zwischen 0–60 kg N ha-1). (Abb. 5)
- Vorfruchtwert von Wickroggen: Kompensation der Wasserzehrung durch Gefügeoptimierung. Die gesteigerte Infiltrationskapazität sowie eine intensivierte biologische Aktivität (Regenwürmer) fördern die Bodenstruktur (Aggregatstabilität) und helfen die Wasserverfügbarkeit für die Folgekultur Körnermais zu sichern. (Abb. 6)

Abb. 5: Wick-Roggen (B) zeigte besonders günstige Wirkung auf Bodeneigenschaften wie Regenwurmaktvität und Wasserinfiltration; A = Roggenzwischenfrucht (Bilder: Caroline Schumann, LTZ Augustenberg)

Abb. 6: Ergebnisse aus dem Exakt-Feldversuch zum Zwischenfruchtanbau vor Mais auf der Versuchsstation Rinkenbergerhof der LUFA Speyer. (A) Ertrag der oberirdischen Biomasse auf Schwarzbracheparzellen (durch Aufwuch natürlicher Begleitflora aus dem Samenvorrat des Bodens, Wintererbse (Werbse), Roggen, Wicken-Roggenmischung (Wickroggen), und Ackerbohnen (AB); (B) Grünwerten der Maisblätter (SPAD-Meter) als Indikator für die Stickstoffversorgung der Hauptkultur ohne (0 kg N ha-1) und mit mineralischer Stickstoffdüngung (60 kg N ha-1) in Form von Kalkammonsalpeter; (C) Ausprägung von Welkesymptomen an der Maispflanzen während einer Trockenstressphase im Juni 2025 [Boniturskala 1 = keine Welke bis 9 = vertrockneter Spross); (D) Körnertrag von Mais bei der Ernte im Oktober 2025.
Fazit
Auf trockenwarmen Standorten wie dem Rinkenbergerhof in der Vorderpfalz ist Wickroggen eine Vorzugsvariante vor Mais (Fokus: Bodengare statt N-Düngung).
Resiliente Anbausysteme für den Schweizer Bio-Ackerbau dans Gründüngung – Arbeiten des FiBL
Resiliente Anbausysteme für den Schweizer Bio-Ackerbau: Gründüngung im Fokus der FiBL-Forschung
Angesichts des Klimawandels und der Notwendigkeit, landwirtschaftliche Böden zu erhalten, beschäftigen sich Forschende zunehmend mit Gründüngungen. Eine in der Schweiz vom FiBL durchgeführte Studie untersuchte verschiedene Zwischenfruchtmischungen, um deren Einfluss auf die Bodenfruchtbarkeit und die Widerstandsfähigkeit biologischer Anbausysteme besser zu verstehen.
Warum Gründüngungen einsetzen?
Ihre Funktionen sind vielfältig: Sie schützen den Boden, unterdrücken Unkräuter, verbessern die Bodenstruktur und fördern das Bodenleben.
Im Biolandbau stellen sie eine wichtige Alternative zu chemischen Herbiziden dar, die in dieser Produktionsweise verboten sind. Ihre Bewirtschaftung ist jedoch anspruchsvoll, und nicht alle Mischungen verhalten sich gleich.
Versuche an mehreren Standorten in der Schweiz
Die Forschenden testeten verschiedene Pflanzenmischungen an vier landwirtschaftlichen Standorten in der Schweiz. Einige Mischungen bestanden lediglich aus zwei oder drei Arten, während andere bis zu zwölf verschiedene Pflanzen kombinierten, darunter Leguminosen, Gräser, Kreuzblütler und weitere Arten.
Über einen Zeitraum von sieben Wochen wurden mehrere Parameter untersucht:
- die produzierte Biomasse,
- die Bodenbedeckung,
- das Auftreten von Unkräutern,
- die Qualität der Bodenstruktur,
- die Wasserinfiltration.

Artenreiche Mischungen mit besserer Leistung
Die Ergebnisse zeigen mehrere interessante Tendenzen.
Mischungen mit einer größeren Artenvielfalt scheinen die Bodenstruktur leicht zu verbessern und eine bessere Wasserinfiltration zu begünstigen. Das bedeutet, dass die Böden Starkregen leichter aufnehmen können – ein wichtiger Vorteil angesichts extremer Wetterereignisse.
Mischungen mit hohem Leguminosenanteil weisen zudem ein niedrigeres Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis auf. Konkret ermöglicht dies eine schnellere Freisetzung von Nährstoffen, insbesondere von Stickstoff, für die Folgekultur.
Eine weitere wichtige Erkenntnis: Eine hochwachsende Pflanze bedeutet nicht zwangsläufig eine bessere Unkrautbekämpfung. Bestimmte Arten bedecken den Boden eher in der Breite als in der Höhe effektiv.
Unterschiede, die vor allem mit den lokalen Bedingungen zusammenhängen
Die Studie betont jedoch, dass die Unterschiede zwischen den Standorten oft größer waren als die Unterschiede zwischen den Mischungen selbst. Das Klima, die Bodenart oder auch die landwirtschaftlichen Praktiken beeinflussen die Ergebnisse stark.
Die Forscher weisen daher darauf hin, dass es keine Einheitslösung gibt. Die Wahl der Mischung muss an die örtlichen Gegebenheiten und die Ziele des Betriebs angepasst werden.
Auf dem Weg zu einer widerstandsfähigeren Landwirtschaft
Gründüngungspflanzen gewinnen in biologischen landwirtschaftlichen Betrieben zunehmend an Bedeutung. Einige neuere Mischungen ermöglichen es, schnell große Mengen an Biomasse zu produzieren und ein dichtes Wurzelsystem zu entwickeln, das dem Boden zugutekommt.
Diese Systeme erfordern jedoch auch eine sorgfältige Bewirtschaftung, um bestimmte Risiken wie die Verblühung oder Probleme bei der Fruchtfolge zu vermeiden.
Für die Forscher sind diese ersten Ergebnisse ermutigend. Es werden weitere Studien erforderlich sein, um die Zusammenhänge zwischen der Vielfalt der Mischungen, der Bodenfruchtbarkeit und der langfristigen landwirtschaftlichen Leistung besser zu verstehen.












