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III
 
 

 

THEMA

ITADA-Projekt 12:

Flachsanbau und Entwicklung von Werkstoffen mit Flachsfasern für den Einsatz in Kraftfahrzeugen

BETEILIGTE

Projektleiter: Dr. Reinhold Vetter, Institut für umweltgerechte Landbewirtschaftung MüllheimProjektpartner: Mme. L. Caramaro, Institut Textil de France, Direction Régionale Lyon, Écully

Mitbeteiligte: Institut für Angewandte Forschung (IAF), Fachhochschule Reutlingen
Gebr.Bahmer Maschinenbau GmbH, 89555 Steinheim-Söhnstetten
Rex Industrieprodukte, 74505 Schwäbisch Hall
Mapotex GmbH, 71706 Markgröningen
Mercedes-Benz AG, ZWT/KE H 120, 70322 Stuttgart

PROBLEM

Eine Ausweitung des Flachsanbaus erfordert Einsatzbereiche mit ausreichendem Mengen-bedarf. Dies ist bei der Entwicklung von Automobil-Innenverkleidungen der Fall. Im kleinen Maßstab wurden solche Teile bereits erfolgreich realisiert. Allerdings werden dafür zunächst Fasern des untersten Preisniveaus (Werg) eingesetzt. In einem Großversuch mit 5 Tonnen baden-württembergischem Flachs soll nun dieses Einsatzfeld abgesichert und ausgeweitet werden.

ZIEL

Anbau von Flachs zur Herstellung von technischen Produkten für den Automobilbau.
Die bisher noch recht pauschalen Anforderungen an Fasern und Halbfabrikate (Vliese) zu aussagefähigen Anforderungsprofilen weiterentwickeln.

ERGEBNISSE

Der Faserleinanbau ohne Stickstoffdünger in 2 landwirtschaftlichen Betrieben war erfolgreich. Die Faseraufbereitung bei BAHMER lieferte geeignete, ausreichend holzfreie Faser. Die Vliesherstellung erfolgte bei REX. Problematisch blieb bis zuletzt (trotz erzielter Fortschritte durch zahlreiche Optimierungsmaßnahmen) die homogene Harzverteilung im Vlies, die nach Aussage von REX nur durch erhebliche Investitionen zu lösen ist.
MAPOTEX fertigte 300 Preßteile, wobei jedoch 40 % aufgrund von Vliesinhomogenitäten ausgesondert werden mußten. Bei allen Teilen beobachtete man im Bereich der stärksten Verformung einen unruhigen Oberflächenverlauf, der allerdings erst nach dem Kaschieren als optisch störend hervortrat.
Die Teile wurden sowohl im IAF wie bei MERCEDES-BENZ nach der DBL-Norm geprüft und waren technisch in Ordnung. Gerade der Vergleich zu den bisher eingesetzten Teilen nach dem LIGNOTOCK-Verfahren ergab eine klare Überlegenheit der Flachsteile in allen Bereichen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

  1. Nur im Rahmen des Großversuches war es möglich, die noch bestehenden Schwierigkeiten zu erkennen und Lösungswege aufzuzeigen.
  2. Der Großversuch hat erstmals gezeigt, daß eine industrielle Fertigung im Produktionsmaßstab möglich ist und zu Teilen führt, die alle Ansprüche an hochwertigen Kfz-Innenteile erfüllen. Die einschlägigen Normen werden nicht nur erfüllt, sondern in vielen Bereichen sogar übertroffen.

EMPFEHLUNGEN

Anbau von Faserlein mit geringem Mineraldüngereinsatz zur Produktion der Flachsfasern von geeigneten Standorten ist möglich, sofern eine Abnahme gesichert ist. Die Entholzungstechnik und Vliesherstellung sind weiter zu optimieren. Investoren für die neue Technologie müssen gefunden werden.

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