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III
 
 

 

THEMA

ITADA-Projekt 1:

Mais: Chemiereduzierte und mechanische Unkrautbekämpfung

BETEILIGTE

Projektleiter: H. Imgraben, Regierungspräsidium Freiburg (Ref. 34 - Pflanzenschutz)
Projektpartner: F.Juncker-Schwing / G. Ballon (AGPM Colmar)

PROBLEM

Auf Maisflächen im Elsaß und in Baden-Württemberg herrscht häufig ein starker Unkrautdruck. Mais reagiert auf Unkrautkonkurrenz mit hohen Ertragsausfällen. Deshalb ist eine sichere Unkrautkontrolle erforderlich. Zudem müssen die Unkrautbekämpfungsverfahren den Anforderungen des Grundwasserschutzes entsprechen. Es sind daher Strategien zur Minimierung des Pflanzenschutzaufwandes zu entwickeln. In Deutschland ist die Umstellung auf Wirkstoffe, welche die Grundwasserqualität nicht beeinträchtigen bereits vollzogen (Atrazin-Anwendungsverbot u.a.). In Frankreich ist Atrazin nach wie vor ein Basisherbizid.

ZIEL

Erfahrungen aus Baden-Württemberg zeigen, daß der Herbizidaufwand durch Kombination von maschinellen Hacken und chemischer Unkrautbekämpfung in der Maisreihe erfolgreich verringert werden kann. Darauf aufbauend soll bei neuen Wirkstoffen geprüft werden, ob eine Reduktion des Herbizidaufwandes erfolgen kann, durch gezielte Ausbringung chemischer Mittel im Bedarfsfall, nach vorausgehendem Einsatz des Unkrautstriegels und der Hacke. Außerdem sollen neue triazinfreie Wirkstoffe, reduzierte Herbizidmengen und Wirkstoffkombinationen zur Unkrautbekämpfung getestet werden. Dabei sind negative Effekte auf Grasuntersaaten zu erfassen.

ERGEBNISSE

Die Versuche zeigen, daß auf Standorten mit Ungräsern bei rein mechanischer Unkrautkontrolle in der Regel keine ausreichende Wirkung erzielt wird. Eine Reduzierung des Herbizidaufwandes pro Hektar um etwa 60% durch Kombination von chemischer Reihenbehandlung, Striegeln und Maschinenhacke ist möglich, sofern die mechanischen Verfahren termingerecht zum Einsatz kommen. Der Bekämpfungserfolg der mechanischen Unkrautbekämpfung ist in stärkerem Maße witterungsabhängig. Mit den vorliegenden Versuchen bestätigt sich ferner, daß problematische, zum Versickern neigende Triazin-Wirkstoffe durch neue, nicht wassergefährdende Wirkstoffe ersetzt werden können. Bei Ausbringung von Grasuntersaaten zur Nitratbindung nach der Ernte ist die teilweise vorhandene Schädigungswirkung der Herbizide zu beachten.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Unkrautbekämpfung mit mechanischen Verfahren und triazinfreien, umweltschonenden Wirkstoffen kann zur Reduzierung des Herbizidaufwandes beitragen und dient damit dem Schutz des Grundwassers. Mechanische Verfahren und reduzierte Aufwandmengen erfordern allerdings eine stärkere Anpassung der Unkrautbekämpfungsstrategie an die herrschenden Standort- und Witterungsverhältnisse. Beim Einsatz von "Bandbehandlung plus Hacken" ist keine wesentliche Beeinträchtigung der Begrünung nach Grasuntersaat zu erwarten. Die Möglichkeiten der Reduzierung der Herbizidaufwandmengen bei ganzflächiger Ausbringung sind eng begrenzt und nur bei genauer Kenntnis des Standortes und der Ausgangsverunkrautung erfolgversprechend. Die Eignung des Verfahrens "Striegeln plus Hacken plus ergänzende chemische Unkrautbehandlung" muß in weiteren Versuchen überprüft werden.

EMPFEHLUNGEN

Der Einsatz von reduzierten bzw. mechanisch-chemischen Verfahren sollte von den regionalen Beratungseinrichtungen geprüft werden, unter Berücksichtigung der Erfordernisse des Grundwasserschutzes und der betrieblichen Voraussetzungen und Möglichkeiten. Es ist zu beachten, daß mechanische Verfahren in der Regel Geräteinvestitionen erfordern und gegenüber der chemischen Flächenbehandlung kaum kostengünstiger sind. Ohne begleitende Fördermaßnahmen wird die Einführung "chemiereduzierter Verfahren" schwer möglich sein.

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